Loading Events
Stoppen wir die Mordmaschinerie der Islamischen Republik Iran!
Der Widerstand der belutschischen Freiheitskämpfer*innen braucht unsere
Solidarität.
Seit über einer Woche geht das iranische Regime mit hochgerüstetem
Militär und anderen Sicherheitskräften brutal gegen Menschen in
Belutschistan vor. Infolgedessen sind mindestens 40 Menschen durch
Schüsse der Sicherheitskräfte ums Leben gekommen.
Zum Hintergrund:
Die Provinz Sistan und Belutschistan ist eine der ärmsten Regionen im
relativ reichen kapitalistischen Land Iran. In Belutschistan leben trotz
großen Reichtums von Ressourcen wie Öl, Erdgas und Metallvorkommen die
meisten Menschen in Armut. Hunger und massive Arbeitslosigkeit prägen
die Lebensrealität der meisten Belutsch*innen, während die Profite aus
dem Handel mit den Bodenschätzen von der iranische Führung und ihren
Vasallen abgeschöpft werden. Die hier lebenden verarmten Menschen sind
gezwungen, über die Grenze hinweg nach Pakistan Waren, insbesondere
Treibstoff, zu transportieren, um durch den Verkauf das Überleben ihrer
Familien zu sichern.
Am 22. Februar 2021 haben Sicherheitskräfte des islamischen Regimes die
Straßen in der Grenzregion zu Pakistan (Sarawan) für die
Treibstofftransporteur*innen unpassierbar gemacht. Als Reaktion auf das
unbarmherzige Vorgehen der Sicherheitskräfte protestierten die
Transporteur*innen vor dem Stützpunkt der Revolutionsgarden und
forderten die Freigabe der Transportwege. Anstatt auf die
Forderungen einzugehen, verprügelten die Sicherheitskräfte die
Protestierenden, befeuerten sie mit Tränengas und erschossen einige von
ihnen.
Die Wut der Menschen führte zur Besetzung des Amtssitzes des Gouverneurs
in der Stadt Sarawan. Viele Menschen im iranischen Teil Belutschistans
solidarisierten sich daraufhin mit den Protesten und gingen in anderen
Städten der Region ebenfalls auf die Straßen (u.a. in Iranshahr,
Zahedan, Rasco und Mirjaveh).
Die Proteste reichten dabei vom Anzünden von Reifen bis zum Angriff auf
eine Polizeistation. Am Freitag, den 26. Februar, haben sich die
arbeitenden Menschen der Stadt Rudbar dem Protest angeschlossen. Aber
die Polizei wagte es nicht, sich der Menge den Demonstrant*innen zu
nähern, sondern eröffnete stattdessen das Feuer und nahm danach viele
Verhaftungen vor. Die Zahl der getöteten Menschen erhöhte sich in den
Folgetagen auf 40, da noch weitere ihren Verletzungen erlagen.
Diese Brutalität gegen protestierende Menschen zeigt uns erneut, dass
menschliches Leben für das Islamische Regime keine Bedeutung hat. Alles,
was gegen die Diktatur aufbegehrt, soll vernichtet werden.
Seit ihrer Gründung hat die Islamische Republik Belutsch*innen,
Kurd*innen, Araber*innen und Angehörige anderer Bevölkerungsgruppen
immer als Bürger*innen zweiter oder dritter Klasse angesehen und die
Existenz dieser Menschen als Sicherheitsproblem betrachtet.
In Belutschistan haben die Menschen ähnliche Probleme wie Kurd*innen im
Iran, der Türkei und Syrien, und sind alltäglich mit den
allgegenwärtigen Ünterdrückungsstrukturen der jeweiligen Regierungen
konfrontiert.
Jeden Tag werden irgendwo im Iran und Pakistan Menschen von Angehörigen
der Geheimdienste oder der Armee verschleppt: Aktivist*innen von
Minderheiten, die nach Autonomie streben, regimekritische
Journalist*innen und Menschenrechtler*innen, oppositionelle
Politiker*innen und Student*innen. Doch am schlimmsten trifft es die
Belutsch*innen. Täglich führen die Armee und die Islamistischen
Revolutionsgarden Säuberungen durch und zünden Häuser und Dörfer
an, um angebliche Schmuggler*innen oder Drogendealer*innen zu entdecken.
Wir bezeichnen den brutalen Umgang des islamischen Regimes Iran mit den
Protestierenden als ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Wir wollen
hier den Angehörigen der getöteten Menschen unser Mitgefühl und unsere
Solidarität ausdrücken.
Das iranische Regime steckt in einer tiefen sozialen, politischen und
sicherheitsrelevanten Krise. Diese Krise versucht es mit Mord,
Hinrichtungen, brutalen Knästen, Einschüchterung, Hass und Folter zu
überstehen, um seine Macht weiter zu aufrechtzuerhalten.
Wir verurteilen das Schweigen der mächtigen kapitalistischen Staaten im
Westen und Osten.
Sie stützen die Gewalt in solchen verbrecherischen Regimen mit
langjährigen Waffengeschäfts-Beziehungen.Gerade deutsche Firmen wie
Daimler, ‎Siemens, Heckler & Koch, Nokia ‎Siemens ‎Networks, Linde und
andere produzieren Waffen und Software, die zur Massenunterdrückung
eingesetzt werden. Das iranische Regime hat mit ihrer Hilfe mittlerweile
eines der weltweit ‎modernsten und ausgeklügeltsten Systeme zur
Kontrolle und ‎Zensur des ‎Internets entwickelt, um individuelle
politische Aktivitäten zu verfolgen. Letzte Woche hat es das iranische
Regime mit Hilfe solcher Technologien geschafft ganze Regionen
Belutschistan  zu kontrollieren. Dadurch wurden Verhaftungen von vielen
Aktivist*innen ‎veranlasst.‎
Der Aufstand in Belutschistan zeigt uns, dass selbst die Unterdrückung
des iranischen Regimes die Forderungen der Menschen nach Freiheit und
Demokratie und Brot nicht verhindern kann. Wir stehen an der Seite des
belutschischen Freiheitsbewegung .
Hoch die internationale Solidarität!
Am 18. März ist der Tag der Solidarität mit politischen und sozialen
Gefangenen. Wir wollen den Tag nutzen, um auf der Straße unsere
Solidarität mit den Unterdrückten zu zeigen und auf die staatlichen
Repressionen aufmerksam zu machen.
Angesichts unmittelbar bevorstehender Exekutionen weiterer politischer
Aktivist*innen und Gefangenen rufen wir zum Aktionstag 18. März für die
Freiheit der politischen und sozialen Gefangenen weltweit und gegen
jegliche staatliche Unterdrückungen auf.
Kein Vergeben, kein Vergessen – Stopp aller Hinrichtungen!
Für die Freilassung aller politischen und sozialen Gefangenen!

Beitrag teilen!

Go to Top